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Update 28.04.2011: Tierpark Lübeck

Kampagne TIERPARK LÜBECK SCHLIESSEN

Update zu Bruno und all den „Namenlosen“ Individuen, die auf dem ehemaligen Tierpark-Areal in Lübeck untergebracht sind.Text?

Die Einschätzungen und Bewertungen hinsichtlich des Gesundheitszustandes von Bruno gehen weit auseinander. Von einigen Experten wird eine Umsetzung von Bruno nicht befürwortet.

Am 19.Oktober 2010 beauftragte die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. eine Fachtierärztin für Tierhaltungen mit der veterinärmedizinischen Begutachtung aller Tiere im Tierpark Lübeck, mit einer ausführlichen Stellungnahme zum Zustand des Braunbären Bruno. So führt die DJGT in ihrer Pressemeldung vom 10.01.2011 aus, Zitat:

In ihrem umfassenden Gutachten kam die Sachverständige unter anderem unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere Alter und zuvor wirkungslos gebliebener Medikamention des Bären, nach sorgfältiger Abwägung aller für das Tier vertretbarer Alternativen zu dem Ergebnis, dass der an multiplen Tumoren und degenerativen Arthrose unheilbar erkrankte Bär „Bruno“ in Erfüllung der zwingenden Vorgabe des Tierschutzgesetzes stressfrei und schmerzlos zu euthanasieren (einzuschläfern) ist

Text? Nun macht sich auch VIER PFOTEN Gedanken zur weiteren Vorgehensweise mit dem Baunbären Bruno. (Schon am Anfang der Kampagne 2005 wurde VIER PFOTEN von uns mehrfach angesprochen und gebeten sich für den Braunbären einzusetzen – leider ohne Erfolg).

Am 22.12.2010 veröffentlicht VIER PFOTEN eine Pressemeldung.
http://www.vier-pfoten.de/website/output.php?id=10528&/langnage=1
Auszüge aus der Pressemeldung. Zitat:

Nach Einschätzung und unter Berücksichtigung der VIER PFOTEN vorliegenden Gutachten vertritt VIER PFOTEN die Meinung, dass eine Euthanasie des Bären Bruno zum jetzigen Zeitpunkt übereilt erscheint.

Bären können in Gefangenschaft zwischen 35 und 40 Jahren alt werden. Ob diese Möglichkeit auch für Bär Bruno zutrifft, wird derzeit seitens VIER PFOTEN noch geprüft.“

.
Die Einschätzung von VIER PFOTEN, Zitat:

Bis zum Auslaufen des Pachtvertrages Ende 2011 kann Bruno noch in seinem Gehege bleiben

Das Areal in Israelsdorf muss bis 31.12.2011 geräumt sein. Von Oktober bis April (witterungsbedingt) vollziehen Bären ihre Winterruhe. Eine Umsiedlung in dieser Zeit ist indiskutabel. Das Zeitfenster einer Umsiedlung von Bruno ist eng. Eine Umsiedlung kann, wenn überhaupt, nur nach der Winterruhe, also in den kommenden Monaten, durchgeführt werden.

Ende März 2011 erreichte uns über Dritte folgende Mitteilung:

Vier Pfoten wird mit dem heutigen Stand Bruno übernehmen.
Der Besitzer ist einverstanden.
Seit Dezember erfolgt eine monatliche Kontrolle vor Ort.(auch TA).
Die seperate Haltung im Bärenwald Müritz ist möglich.
Übernahme Mai oder Juni

Diese Mitteilung ist vom 28.3.2011. Heute schreiben wir den 28.4.2011.
Hinweis http://www.unser-luebeck.de/content/view/3000/334/ vom 6.4.2011

Durch wen die mtl. Kontrolle vor Ort (Amtstierärzte Lübeck oder tierärztliche Unterstützung durch VIER PFOTEN) durchgeführt wird war bisher nicht verlässlich in Erfahrung zu bringen.
Anmerken möchten wir, dass Kontrollen immer und überall grundsätzlich vorher angemeldet werden und immer nur eine Momentaufnahme darstellen.
Da auch VIER PFOTEN eine Narkotisierung ablehnt wird es nicht möglich sein eine fundierte medizinische Untersuchung durchzuführen.(Ouelle Pressemeldung vom 22.12.2010).
In ihrer Veröffentlichung/Stellungnahme zur Haltung und Zurschaustellung von Braunbären in Zoos, Tierparks und ähnlichen Einrichtungen schreibt VIER PFOTEN, Zitat:

„Da der Bär jedoch ein Tier mit einer sehr geringen ausgeprägten Mimik und wenig Lautäußerungen ist, merkt man den Tieren ihren Schmerz nicht an“

Dennoch beschreibt die Gutachterin der DJGT in ihrem Zusammenhangsgutachten für den Braunbären über Schmerzen, Ziat:

„Als normale Lautäußerungen werden in der Literatur bei Braunbären Brummen, blasendes Schnaufen oder bei Wut auch Heulen beschrieben. Ohne jeden Zweifel zeigt der Bär nicht nur den Habitus eines alten und schwachen Tieres, sondern sogar (beim Setzen) Schmerzäußerungen, was bei Tieren, insbesondere bei Wildtieren, sehr selten ist und immer auf stärkere Schmerzen (nicht nur Unwohlsein) hindeutet“

Die Gutachterin wurde bei ihrer Begehung von 2 JuristInnen begleitet.

Im Januar 2011 erstattet die DJGT Strafanzeige wegen Verstoß gegen das TierSchG gegen den Betreiber des Lübecker Tierparks und die Verantwortlichen in den städtischen und staatlichen Aufsichtsbehörden. Die DJGT führt in ihrer Strafanzeige zu Bruno wie folgt aus, Zitat:

„Der Braunbär weist deutliche Symptome einer bestehenden Arthrose, Muskelschwund, ausgeprägte Hinterhandschwäche und insbesondere einen fast kompletten Verlust des Komfortverhaltens auf, welches ein deutlicher Leidensindikator ist“.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hatte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Ich habe gestern davon Kenntnis erhalten, dass die DJGT bis heute noch keine Mitteilung über einen Abschluß der Ermittlungen zugegangen ist.
Allerdings hat die DJGT auf zwei Sachstandsanfragen keine Antwort erhalten, was die DJGT veranlasste, am 24.4.2011 förmlich Dienstaufsichtsbeschwerde beim Leitenden Oberstaatsanwalt zu erheben.

Leider besteht trotz aller Bemühungen so gut wie kein Einfluss bei der Umsiedlung der anderen Tiere.
Das ist ein bittere Wahrheit.
Dennoch wir bitten Sie und Euch noch einmal um Unterstützung.

Vier Pfoten,
Bärenwald Müritz,
Herr Carsten Hertwig
Telefon 039924 79 118
Email: carsten.hertwig@baerenwald-mueritz.de

und noch immer, und immer wiederText?

Fachbereich 3
Umwelt, Sicherheit, Ordnung
Bernd.Moeller@luebeck.de
Kronsforder Allee 2-6
Telefon 0451 122 3000
Fax 0451 122 3009

Ein paar Bewertungen, Einschätzungen, Statements möcht wir aber noch nachschieben. Vielleich dienen sie Ihnen und Euch dazu die Lage einzuschätzen:

* LN am 24.August 2010 Dr.Müller-Buder, Zitat:

Ende Juli habe man Bruno noch einmal untersucht. Wir haben keinen Handlungsbedarf gesehen. Der Bär habe mit 32 Jahren seine natürliche Altersgrenze erreicht. Natürlich sei er – wie alte Menschen auch – etwas hüftsteif. Es sind alles Alterserscheinungen, die keinen Anlass für tierärztliche Eingriffe bieten.

*Bericht des Tierärzlichen Beraters der International Zoo Veterinary Group über einen tierärztlichen Besuch des Lübecker Zoos vom 4.November 2010: erwachsener, männlicher Braunbär „Bruno“.
Zitate:

Es gibt mehrere tumorartige Geschwüre die an beiden Seiten aus dem Rachenraum herauswachsen……
… Der Gang des Bären, das Tempo seiner Bewegungen und seine Haltung im Sitzen deuten in höchstem Maße auf arthritische Veränderungen hin…
… Es ist möglich, sogar wahrscheinlich, dass diese degenerativen Veränderungen chronische Schmerzen verursachen…
… Die Verbringung in ein geeignetes neues Gehege in einer Einrichtung mit Erfahrung von Bären bevor der Winter härter wird, wäre angemessen.

* Dr. Müller-Buder, Amtstierarzt Lübeck. Vermerk zur Begehung des Tierparks von heute 23.11. und 11.11.2010. Zitate:

Auch heute war der Bär in einem guten Gesundheitszustand“
“ Ein Verbringen des Tieres in ein anderes Gehege steht nichts im Wege.

*VIER PFOTEN am 22.12.2010 Pressemeldung.
Zitat:

Auch eine Überführung in ein anderes Gehege dürfte, wenn überhaupt, nur unter der Voraussetzung erfolgen, ihn ohne Betäubung transportieren zu können….
….Der Bär ist 33 Jahre alt und hat einige erkennbare gesundheitliche Schäden, vornehmlich eine Arthrose im Hüftbereich und Geschwülste im Maulbereich. Ohnehin ist er sehr altersschwach.

*Dr. Müller-Buder, in einem nicht für die Öffentlichkeit bestimmten, vertraulichen Papier heißt es im September 2009, Zitat:

Die Umsiedlung der Primaten und des Braunbären werde geprüft. Es handelt sich um sehr alte Tiere. Die Primaten sind schwer Verhaltensgestört und der Bär lahmt auf Grund von Gelenkerkrankungen der Hinterbeine. Auf Grund des Hohen Alters und gesundheitlichen Zustandes sind die Tiere nicht in andere Gruppenverbände integrierbar und werden sich kaum in einer neuen Umgebung einleben.

Anmerkungen:
Text?Die Primaten Bimbo und Konga wurden im November 2010 umgesiedelt. Ihr neues Zuhause „Wales Ape and Monkey Sanctuary“. Kontakte zu Artgenossen sollen schon bald stattgefunden haben.

Nach Amtsantritt des neuen „Grünen“ Senators Bernd Möller bemühte sich eine eine Tierschutzorganisation den Braunbären im Sommer/Herbst 2010 in einen Bärenwald umzusiedeln. Das Angebot wurde nicht angenommen.

Es bleibt zu hoffen, dass alle involvierten Personen auch VIER PFOTEN sich ihrer Verantwortung bewußt sind und Entscheidungen im Interesse von Bruno getroffen werden.